Studieren mit Altratec – Vielfältig und voller Möglichkeiten

BA-Studium Industrielle Produktion
Bild: ALTRATEC

Ich bin Maren Osterloh und ich möchte euch zeigen wie der Alltag eines Studenten bei Altratec aussieht und welche Vorteile das Konzept des dualen Studiums bietet.

Seit 2018 ist die Altratec Automation GmbH bei der Berufsakademie Sachsen anerkannter Praxispartner für die Studiengänge Industrielle Produktion und Digital Engineering. Bei uns im Unternehmen bin ich eine von vier Studenten. Aktuell bin ich im vierten Semester des Studiengangs Industrielle Produktion der Berufsakademie in Glauchau. Heute stelle ich euch meinen Studiengang vor.

Kurz zu meiner Person: Ich bin 29 Jahre alt und ausgebildete Industriekauffrau mit über 5 Jahren Berufserfahrung in diesem Bereich. Theoretikerin war ich eigentlich nie. Auch wenn ich immer gern gelesen habe, kam für mich ein Studium nie infrage. Zu prägnant war für mich die Vorstellung, wie ich stundenlang allein in der Bibliothek sitzen würde und stapelweise Bücher wälze, um staubige Theorie auswendig zu lernen. Nach ein paar Jahren in meinem alten Job schlich sich allerdings dieses Bauchgefühl ein, das vielleicht einige kennen – soll es das wirklich schon gewesen sein? Zum Glück bekam ich den entscheidenden Tipp: Ein duales Studium an der Berufsakademie. Gleichzeitig Arbeiten und Studieren, ein monatliches Gehalt und nebenbei weiter Berufserfahrung sammeln. Perfekt!

Die Berufsakademie Sachsen (BA Sachsen) hat insgesamt sieben Standorte im ganzen Bundesland und bietet eine breite Vielfalt von Fachgebieten. Ich wollte einen Studiengang wählen der zu mir passt. Als Industriekauffrau hatte ich in der Technischen Planung eines Salzbergwerks gearbeitet und schon immer ein großes Interesse an Technik verspürt. Nun wollte ich meinen kaufmännischen Hintergrund möglichst sinnvoll mit technischem Wissen kombinieren. Deshalb fiel meine Entscheidung schnell auf den Studiengang Industrielle Produktion am Standort der Staatlichen Studienakademie in Glauchau. Unter der Studiengangsbezeichnung kann sich vermutlich nicht jeder gleich etwas vorstellen. Geläufiger ist der Begriff Maschinenbau. Und genau das trifft es. Bei uns an der BA gelten wir als "die Maschinenbauer".

Wie ich auf Altratec gekommen bin und warum für mich nie ein anderes Unternehmen infrage kam, war letztendlich eine Sache des Zufalls, Glück und weiblichen Intuition. In einem unverfänglichen Gespräch erfuhr ich von Altratec und dem breiten Spektrum in dem Fördertechnik tatsächlich zur Anwendung kommt. Schließlich habe ich mich beworben und wurde eingeladen. Beim Vorstellungsgespräch stimmte dann einfach alles. Ein herzlicher Empfang, ein offenes Gespräch und ein umfangreicher Firmenrundgang. Viele neue Dinge, viel Technik, große Metallkonstruktionen, die ich bis dato noch nie gesehen hatte. Keins von diesen gummierten Förderbändern, wie man sie von Flughäfen kennt und welche bei mir immer ein etwas mulmiges Gefühl erzeugen, aus Angst sie würden mein Hab und Gut in eine Art Bermudadreieck „entführen“. Ich bekam leuchtende Augen und ein Dauerlächeln, das für einige Tage blieb. Was darauf folgte, war die übliche Bürokratie: Ein paar Absprachen, Formalien und letztendlich meine Bewerbung bei der BA in Glauchau.

Der wesentliche Unterschied zu einem herkömmlichen Studium an der Fachhochschule oder Universität ist folgender: Unsere Semester sind alle zweigeteilt. Erst Theorie, dann Praxis. Folglich sind die Theoriephasen nur halb so lang, wie an der Uni oder FH. Die restliche Zeit des Semesters verbringen wir beim Praxispartner. So haben wir die Möglichkeit das theoretische Wissen umgehend praktisch anzuwenden und zu vertiefen - für mich der wesentliche Vorteil des dualen Konzepts. Die typischen Semesterferien gibt es nicht, dafür erhalten wir monatlich ein festes Gehalt, selbst während der Theoriephasen, und den üblichen Urlaubsanspruch für das volle Jahr.

Aktuell bin ich in der Praxisphase des vierten Semesters. Knapp zwei Drittel des Studiums zum Bachelor sind geschafft und ich stehe vor einer Entscheidung: die Wahl einer Vertiefungsrichtung. Zur Auswahl stehen Produktionsmanagement, Produktionstechnik und Qualitätsmanagement. Bis Herbst muss ich mich auf eine Vertiefungsrichtung festlegen. Im Grundstudium sind die Inhalte dagegen identisch. Es wird weitreichendes Grundwissen vermittelt.

In den ersten beiden Semestern stand Mathematik im Studienplan. Genauso Englisch. Die Dozenten sind engagierte Muttersprachler, die uns viele nützliche Tipps an die Hand gegeben haben und selbst im Fernstudium zu Coronazeiten sehr motiviert und kreativ waren. Im ersten Semester hatten wir Businessenglisch, im vierten Semester dann Technisches Englisch.

Neben den Grundlagen stehen im Grundstudium technische Module im Fokus: zwei Semester Konstruktion, zwei separate Module CAD-Technik, technisches Zeichnen mit unterschiedlichen Zeichenprogrammen in 2D und 3D, Technische Mechanik und Festigkeitslehre. Besonders spannend fand ich am Anfang des Studiums das Fach Werkstofftechnik, das im zweiten Semester noch um Fertigungstechnik ergänzt wurde.

In der Werkstoff- und Fertigungstechnik werden neben der Theorie kleine Praktika abgehalten. In Gruppen von fünf Personen haben wir Härtemessungen an unterschiedlichen Metallen durchgeführt, Werkstückproben eingebettet, geschliffen und deren Gefügeveränderungen mikroskopisch untersucht. Sogar ein Schweißpraktikum ist in der Theoriephase untergebracht. Eine Gelegenheit, die sicherlich auch nur wenigen Studenten geboten wird, ist die Arbeit mit 3D-Druckern. In zwei separaten Unterrichtseinheiten wurden uns die Techniken der Additiven Fertigung nahegebracht.

Ein weiterer wichtiger Baustein des Grundstudiums ist ein Modul aus Physik, Elektrotechnik und MSR (Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik). Außerdem gehören die Betriebswirtschaft und Fertigungsplanung zum Studieninhalt. Im Rahmen des Moduls Arbeitsvorbereitung/Betriebsorganisation können REFA-Scheine erworben werden, die bei europäischen Unternehmen als offizielle Ausbildungen geschätzt werden.

Während des Studiums werden vier Praxisarbeiten geschrieben, darin inbegriffen die Bachelorarbeit. Im ersten Semester gibt es direkt ein Modul „Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens“ in welchem wir lernen, wie Fachthemen wissenschaftlich ausgearbeitet und beschrieben werden. Die erste Projektarbeit wird während der Praxisphase geschrieben und beschreibt das Unternehmen in dem wir arbeiten. In diesem Zusammenhang hatte ich bei Altratec die Möglichkeit in alle Bereiche Einblick zu bekommen, den Kollegen über die Schulter zu schauen und kleine Projekte zu bearbeiten. So konnte ich mir ein erstes Bild davon machen, welche Themengebiete mich näher interessieren, was mir liegt und in welcher Abteilung ich mir meine zukünftige Arbeit vorstellen kann. Ich habe mich in mehrere Arbeitsbereiche eingearbeitet und die Kollegen bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt. Im Rahmen der „Woche der offenen Unternehmen“ habe ich zwei Jahre in Folge mein erworbenes Konstruktionswissen eingebracht. Auf Basis meiner Konstruktionszeichnungen haben die Schüler:innen kleine Projekte selbst zusammengebaut und so einen kleinen Einblick in unsere Arbeit bekommen. Im Einkauf konnte ich das Wissen aus meiner Ausbildung nutzen und während der Urlaubszeit die Kollegen vertreten.

Meine zweite Projektarbeit habe ich vor wenigen Wochen abgegeben. Zusammen mit Altratec und einem Dozenten der BA haben wir ein spannendes Thema im Bereich Logistik gefunden, das für alle einen Mehrwert generiert und genug Raum bietet, um darauf die dritte Arbeit und weiterführend die Bachelorthesis aufzubauen.

Grundgedanke des dualen Studiums ist es, sowohl für die Studenten als auch die Praxispartner eine bestmögliche Basis für die weitere Zusammenarbeit zu schaffen. Beide Parteien profitieren von der zielgerichteten Ausbildung und intensiven Einarbeitungsphase. So bekommen die Unternehmen durch die BA ein Stück weit freie Hand den praktischen Teil des Studiums auf die eigenen Bedürfnisse und die des Studenten anzupassen. Wir bei Altratec achten auf eine offene Kommunikationskultur und regelmäßigen Austausch. So habe auch ich mit meinen Kollegen und den verschiedenen Abteilungsleitern immer wieder über mein Studium, meine Möglichkeiten und meine Interessen gesprochen. Aus diesem Grund habe ich im Frühling meinen neuen und vielleicht finalen Arbeitsplatz im Vertrieb bezogen. In dem Bereich liegen meine Stärken. Ich kann meine Berufserfahrung nutzen und bin nah am Projektgeschehen. Nebenbei lerne ich von den Vertriebsingenieuren mehr über die technischen Details unserer Produkte und kann unser Marketing bei seiner Arbeit unterstützen. Ob ich wirklich "für immer" im Vertrieb bleibe, wird die Zukunft zeigen. Aber genau diese Vielfalt an beruflichen Möglichkeiten sehe ich als Hauptgewinn für jeden dualen Studenten. Und nicht zuletzt sind für mich auch die spannenden, vielfältigen Themengebiete die entscheidende Grundlage, warum mir die Arbeit bei Altratec so viel Spaß macht.

Ist ein duales Studium auch für dich eine interessante Option? Dann schau doch gern auf unserer Karriereseite vorbei!